Verteilung von Nahrungsrationen von WE.care

Liebe Mitglieder und Freunde von WE.care!

Die Corona Pandemie trifft uns alle auf irgendeine Weise. Sei es durch Einfluss auf unseren Job, die Schule unserer Kinder oder aber auch durch Erkrankung an Covid19. Wir leben in Deutschland in einem Land, das uns trotz der Schwierigkeiten eine Basisversorgung gewährleistet.

Schauen wir nach Pakistan: Ein Land mit enormen Schwierigkeiten in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens. Beispielsweise seien hier die sozial-staatliche Absicherung oder das staatliche Gesundheitswesen erwähnt. Diese Bereiche sind quasi non-existent. Und nun in der Pandemie Zeit, schlagen diese Defizite enorm ein in das Leben der Menschen. Wir konnten bei unserem letzten Dental Camp selber sehen, wie die Situation der einfachen Bevölkerung ist. Sie ist noch sehr viel schwieriger geworden. Tagelöhner, die sonst umgerechnet 10 Euro zur Versorgung ihrer Familien am Ende des Tages nach Hause brachten, sitzen ohne Einkommen an der Strasse. Niemand traut sich die Leute zu engagieren, aus Angst vor einer Infektion. Die Folge sind bittere Armut und Verzweiflung.

In unserer letzten Vorstandssitzung haben wir entschieden, auch aufgrund der Tatsache, dass Reisen für weitere Dental Camps in den nächsten mindestens 6 Monaten nicht möglich sind, durch Verteilung von Lebensmittelpaketen zu helfen. So haben wir seitdem in zwei Aktionen ca. 180 Pakete mit Nahrung des täglichen Bedarf für jeweils einen Monat gespendet. 180 Familien können so zumindest für einen Monat aufatmen. Wir danken in diesem Zusammenhang unserem lokalen Partner Al Mustafa Trust, der die Aktion koordiniert hat.

Wir danken ganz besonders unseren Mitgliedern, die an dieser Spendenaktion teilgenommen haben, auch im Namen der zahlreichen Bedürftigen.

Euer Dr. Kashif Chughtai

Abb.1 zur Verteilung fertiggestellte Lebensmittelpakete
Abb.2. Verteilung der Lebensmittelpakete in der Klinik in Korangi durch Al Mustafa Trust
Abb.3. Großer Andrang! Al Mustafa Trust prüft die Identität um sicherzustellen, dass die Hilfe auch tatsächlich Bedürftige erreicht.

6. WE.care Dental Camp läuft

Liebe Mitglieder und Freunde,

tatsächlich hat es geklappt!

Wir sind in Karachi / Pakistan und absolvieren nunmehr unser 6. Dental Camp. Ich bin darüber besonders glücklich, da ich nicht mehr an eine Realisierung in diesem Jahr gedacht habe. Aber es kommt eben so, wie es sein soll! So bin ich denn am 11.12.2020 mit meiner Frau über Dubai nach Karachi geflogen. Das Reisen hat sich in der Zeit von Corona geändert: leere Flughäfen, wenig Menschen. Die Anreise war jedoch angenehm und unkompliziert, trotz der ganzen Einschränkungen die das Reisen heutzutage mit sich bringt. Alle Spenden sind schadlos in Karachi angekommen.

Abb. 1 der alte Behandlungsraum in Clifton – parallel läuft der Umbau im Nebenzimmer

Behandlungsräume in Korangi und Clifton

Neben der Behandlung von Bedürftigen und Armen in Korangi und Clifton nimmt die Bauüberwachung mit ihren herausfordernden Aufgaben viel Zeit in Anspruch. Vor allem die Fahrt zwischen den Standorten Korangi und Clifton braucht Zeit und Geduld, da der Verkehr vor allem in der Rush hour massiv ist. Jede freie Minute nutze ich allerdings für meine Patienten, die teilweise weite Strecken zurücklegen, um das WE.care Camp aufzusuchen.

Abb.2. Aufbau der deutschen Behandlungseinheit und Umbau Zimmer

Was das Behandlungsthema der Patienten angeht, so sind es vor allem viele Wurzelbehandlungen und Extraktionen, die wieder anstehen. Natürlich sammeln wir immer wieder Kinder und Jugendliche, um sie in der oralen Hygiene zu unterrichten. Dank unseren Sponsoren humblesmile konnten wir wieder 300 Bürsten verschenken und ca. 500 Kinderzahnbürsten hat uns die Fa. Oral B kostenfrei zur Verfügung gestellt hat.

Abb.3. unsere Patienten

Ich möchte hier auch einen grossen Dank an Herrn Konrad Schepke-Pilstl, unserem Techniker aus Bayern, der es immer wieder schafft Alles zu reparieren, der uns kostenlos einen chirurgischen Motor überlassen hat. Diesen habe ich direkt einsetzen können.

In der zweiten Woche hat sich Rena Cheema, Zahnärztin, die bereits letztes Jahr bei WE.care e.V. im Einsatz war für ein paar Tage dazugesellt, um mich in Korangi zu entlasten. Dort in dem neuen Klinikstandort von WE.care e.V., der vor wenigen Wochen fertiggestellt wurde haben wir die Behandlung und Ausbildung des ortsständigen Personals, Dr. Rabia und Zahnarzthelfer Ramazan (siehe Abb.3.) begonnen. Die Kinder und Jugendlichen haben wir auch einbestellt, um ihnen das Putzen zu zeigen.

Abb.4. Dr. Rabia und Ramzan setzen das neu erlernte um
Abb.5. Empfangsbereich in der neuen Klinik
Abb.6. neuer Röntgenraum mit OPT und Kleinröntgen

Abb.6. neue Behandlungseinheit gesponsert von Herrn Jens Nodop

Ich möchte auch auf diesem Wege Herrn Zahnarzt Jens Nodop für seine großzügige Spende seiner gebrauchten Behandlungseinheiten danken. Eine tolle Geste! Auch meinem Mentor und Freund Hans Joachim Gerber von Pakistan – Hilfe zur Selbsthilfe danke ich sehr für sein Engagement zur Koordination des Transports der Einheiten von Deutschland nach Pakistan. Eine grosse Leistung, wenn man bedenkt wieviel Probleme uns der pakistanische Zoll in Karachi gemacht hat.

Soviel von mir vor Ort.

Gruss euer Dr. Kashif Chughtai

Was macht WE.care in 2020?

Liebe Mitglieder und Freunde von WE.care!

Wir vom WE.care Team hoffen sehr, dass ihr gut durch diese ungewöhnlichen Zeiten kommt. Egal wie schwer diese Zeit erscheint, so birgt sie auch viel Gutes. Man muss nur bereit sein, das Gute zu sehen.

Corona und WE.care

Dieses Jahr wird sicherlich auch in die Geschichte von WE.care eingehen. Wir haben nach Jahren kontinuierlicher Arbeit eine grössere Pause unserer Hilfseinsätzen machen müssen. Dabei hatten wir gerade dieses Jahr viel vor. So sollte im März 2020 z.B. die neue Station in dem Armenviertel Korangi in Karachi in Betrieb genommen werde. Die Station ist mittlerweile fertig gebaut. Nach deutschem Standard, worüber wir sehr froh und dankbar sind. Es war viel Arbeit und Mühe, vor allem die ganzen grossen zahnmedizinischen Gerätschaften, wie Behandlungsstühle oder Röntgengeräte zu verschiffen und aufzubauen. Aber es hat sich gelohnt und alles ist gut geworden. Jetzt können die Menschen dort nach höchsten Qualitätsstandards behandelt werden. Ich möchte hier nochmals besonderen Dank an Herrn Zahnarzt Jens Nodop aussprechen, der seine komplette Zahnarztpraxis gespendet hat! Wir bedanken uns vielmals im Namen der zahlreichen bedürftigen Patienten, die in den hoffentlich vielen Jahren dort behandelt werden können.

Hilfseinsätze 2020

Im September 2020 hätte der zweite Einsatz in Karachi stattgefunden. Wir haben mit Herrn Prof. Dr. Dr. Peer Kämmerer von der Universität Mainz einen sehr erfahrenen und hilfsbereiten Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen gewinnen können, der uns in Karachi helfen wird an der Dow Medical University of Karachi die Tumor- und plastische rekonstruktive Chirurgie aufzubauen. Dieser Einsatz wird nun im Jahr 2021 stattfinden. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Die gute Nachricht zum Schluss: Wir werden im Dezember 2020 ein Dental Camp in Karachi abhalten. Ich werde dort die neue Station in Korangi in Betrieb nehmen und das Personal, Dr. Rabia und ihren Assistenten Ramona ausbilden, damit dort, wie bereits in Clifton die zahnärztlichen Behandlungen nach deutschem Standart ablaufen, zum Wohle der Patienten. Mehr dazu in den kommenden Tagen!

Alles Gute wünscht euch, euer

Dr. Kashif Chughtai

Lebensmittelpakete zur Linderung der akuten Krise durch Covid 19

Liebe Mitglieder und Freunde,

gerade die armen Bevölkerungsschichten trifft die Krise durch Covid 19 extrem hart. So haben die ohnehin kaum verdienenden Tagelöhner, nichts mehr, was sie mit nach Hause bringen. Stellenweise wird über grosse Hungersnot berichtet. Die medizinische Versorgung ist quasi non-existent. Vor allem die Armen und Bedürftigen, die sonst auch kaum von medizinischen Infrastruktur profitieren, sind in dieser schweren Zeit auf Hilfe von allen Seiten angewiesen.

Lebensmittelpakete fertig zur Verteilung

Derzeit können wir als WE.care medizinisch vor Ort nicht aktiv werden. So hat der Vorstand beschlossen, mit unserem Partner Al Mustafa Trust (AMT) in Karachi Hilfsmassnahmen zu ergreifen, um die Armen und Bedürftigen zu unterstützen: Lebensmittelpakete! Diese sind dringend gebrauchte Hilfen, die schnell und unkompliziert erworben und verteilt werden können. Diese Lebensmittelpakete hat nun unser Partner AMT federführend unter Brigadier Latif für uns zusammengestellt und im AMT Krankenhaus in Korangi verteilt. Für 54 Familien konnte so für eine gewisse Zeit eine Grundversorgung sichergestellt werden. Wir haben die finanziellen Mittel dazu schnell und auf kurzem Wege bereitgestellt.

grosser Andrang bei der Verteilung durch das Team von AMT

Aufgrund der guten Erfahrungen werden wir im Mai wieder solche Aktionen fahren, um zumindest einen kleinen Teil der Bevölkerung in Not unsere Hilfe zukommen zu lassen. Gerne können dafür auch extra Spenden getätigt werden, die wir in diese Hilfsmassnahmen einfliessen lassen.

Auf diesem Weg nochmals: Vielen Dank an alle unsere Spender!

Euer Dr. Kashif Chughtai

Vor Ort werden die Hygienemassnahmen strikt umgesetzt

Erfahrungsbericht zum 5. Dental Camp in Karachi

von Rena Cheema

Hallo liebe Freunde und Mitglieder,

Mit vielen tollen Eindrücken und Erlebnissen geht das 5. Dental Camp für mich und Dr. Kashif Chughtai in Karatschi zu Ende.

Hauptanliegen bei diesem Einsatz war es mehr Fokus auf die Behandlung und das Mundgesundheitstraining der Kinder zu legen, weitere Zahnärzte und zahnärztliches Personal auszubilden sowie den Bau des zahnärztlichen Behandlungsraumes in der Klinik in Korangi voranzubringen.

Behandlung
Behandelt wurde vorrangig in der Al Mustafa Trust Medical Clinic in Clifton, Karatschi. Das Krankenhaus liegt in unmittelbarer Nähe zum Armenviertel “Shirin Jinnah Colony”, wo auch der Großteil unserer Patienten herkommt.

An dieser Stelle großen Dank an unsere Sponsoren für die Bereitstellung großzügiger Spenden: Hufriedy, Voco, Kaniedenta, Refit, Dentcare und Humblebrush.

Dr. Kashif Chughtai bei der Zahnextraktion
Kariös zerstörtes Gebiss mit Fistelgang. Die Patientin war noch nie beim Zahnarzt

Mundhygienetraining

Hauptursachen für die katastrophalen Zahnzustände sind unzureichende Mundpflege und falsche Ernährung. Daher ist es für uns sehr wichtig bei unseren Einsätzen dort bei den Kindern anzugreifen.

Kariös zerstörtes Gebiss

Jeden Tag haben wir in Kleingruppen ausführliches Mundgesundheitstraining durchgeführt.

Viele Kinder hatten zum ersten Mal eine Zahnbürste in der Hand und haben ein Einzeltraining bekommen. Und mit etwas Übung haben es auch die Kleinsten tapfer gemeistert.

Bei zukünftigen Trainings sollen die Kinder sich nach 3 Monaten nochmal zum zahnärztlichen Check Up in der Klinik vorstellen und erhalten dann eine neue Zahnbürste. So soll gewährleistet werden, dass sie das Gelernte verinnerlichen und kariöse Läsionen frühzeitig erkannt werden.

Zahnärztin Rena Cheema beim Mundhygienetraining

Schulbesuch

Zudem haben wir eine Schule im Armenviertel Shirin Jinnah Colony besucht. Die Kinder haben sich sehr über unsere Arbeit gefreut und die Lehrer waren auch sehr motiviert uns zu unterstützen.

Eine Überlegung wäre diese Schule regelmäßig zu besuchen, da auch hier die Zahnzustände teilweise sehr katastrophal waren und die Lehrer bezüglich Ernährung und Mundhygiene zu schulen.

Dr. Kashif Chughtai

Ausbildung Zahnärzte und zahnärztliches Personal

Damit das Projekt nach unserer Abreise weiterlaufen kann und wir nachhaltig helfen, ist es wichtig für uns vor Ort unser Wissen weiterzugeben und Personal auszubilden.

Gerade die Etablierung von Hygienestandards vor, während und nach der Behandlung sind essenziell um u.a. das Infektionsrisiko mit ansteckenden Krankheiten zu verringern.

Neben der Zahnärztin Dr. Gulfam Atif vom Clifton Medical Centre hatten wir Besuch von zwei weiteren Zahnärztinnen mit ihren zahnärztlichen Assistenzen.

Vermittelt wurden theoretisch und praktisch Behandlungsabläufe im Bereich Füllungstherapie, Endodontie und chirurgischer Zahnextraktion.

Die zahnärztliche Ausbildung in Pakistan ist nicht sehr praxisorientiert und für qualitativ hochwertiges Arbeiten fehlen oftmals die Zeit und das Geld – möglicherweise auch das Wissen.

Darüberhinaus haben wir der Zahnärztin, die für den neuen Behandlungsraum in der Klinik in Korangi zuständig sein wird, die von uns in Clifton etablierten Behandlungs- und Hygieneabläufe beigebracht.

Dr. Chughtai mit den pakistanischen Zahnärztinnen und Assistenz bei der Vorbereitung einer endodontischen Behandlung
Zahnärztin Rena Cheema mit Dr. Gulfam Atif und Maheen beim chirurgischen Training von Dr. Kashif Chughtai zu Schnittführung, Nahttechniken, Weisheitszahnextraktionen, Parodontalchirurgie, Rezessionsdeckung, Abszessinzision am Kuhkiefer

Besuch bei Prof. Shah Jahan Katpar

Austausch beim Abendessen mit Prof. Shah Jahan Katpar, Mund-Kiefer-Gesichtschirurg an der Dow University in Karatschi über die (zahn-)medizinische Versorgung in Pakistan.

Besuch deutsches Generalkonsulat in Karatschi

Wir haben das deutsche Generalkonsulat in Karatschi besucht um WE.care e.V. und unseren Einsatz in Pakistan vorzustellen. Wir waren sehr erfreut, dass dies dort sehr positiv aufgenommen wurde und Unterstützung angeboten wurde.

Quelle: https://pakistan.diplo.de/pk-de/vertretungen/karachi

Freizeit

Neben der Arbeit blieb auch etwas Zeit für Freizeitprogramm, bei dem wir die Möglichkeit hatten Karatschi und die Umgebung besser kennenzulernen.

Streetfood Tour
Besuch einer traditionellen Hochzeit
Strandausflug

Weitere Impressionen

Straßenkinder in Pakistan

Abends sieht man in den Straßen viele Kinder, die versuchen Blumen oder Spielzeuge zu verkaufen, um an etwas Geld zu kommen. Diese Kinder haben keine Aussicht auf eine Schulbildung und ein kindgerechtes Aufwachsen.
Während andere Kinder mittags in die Schule gehen, arbeitet dieses Mädchen an einem Pani Puri / Gol Gappa Straßenverkaufsstand (ein beliebter Straßensnack aus frittierten Teighüllen und einer würzigen Füllung).

Eure Rena Cheema

5. WE.care Dental Camp – Vorbereitungen abgeschlossen, Countdown läuft

Liebe Mitglieder und Freunde!

Jetzt sind es nur noch ein paar Tage und dann geht es los! Die Vorbereitungen für die Abreise am 18./19. Dezember 2019 sind nahezu abgeschlossen. Alles ist verstaut, gewogen und verpackt.

Zahnärztin Rena Cheema wird mich auch auf dieser Mission begleiten. Sie fliegt am Donnerstag, den 19.12.2019 von München über Istanbul nach Karachi. Ich werde schon einen Tag eher von Düsseldorf über Dubai nach Karachi fliegen.

Diese Mission wird sich von anderen etwas unterscheiden. Vor allem meine Tätigkeit wird sich dieses Mal vor allem auf die Bauüberwachung der Standorte in Korangi und Clifton beschränken. Frau ZÄ Cheema wird die Behandlung der Patienten mit Frau ZÄ Golfam, der ansässigen Zahnärztin, behandeln.

Auch dieses Jahr haben wir viele Sachspenden von verschiedenen Firmen erhalten. Nach der Mission werden diese Firmen von uns mit Dankschreiben angeschrieben und unser Dank ausgesprochen. Solche Unterstützung ist sehr wichtig für WE.care, den ohne diese Sachspenden wäre die Erfüllung unserer Missionen teilweise sehr schwer zu erreichen. Daher ein grosses Dankeschön an sie.

Aber auch allen Spendern und Unterstützern von WE.care möchte ich im Namen des Vorstandes unseren Dank für die tolle Unterstützung in diesem Jahr aussprechen. Bitte bleibt uns auch im Jahr 2020 weiter gewogen und unterstützt uns fleissig. Nicht nur Spenden sind Willkommen, sondern auch Mitarbeit bei den Vereinstätigkeiten ist sehr gern gesehen und gewünscht.

Euer Dr. Kashif Chughtai

WE.care goes Nepal

Liebe Mitglieder und Freunde,

unser WE.care Mitglied Zahnärztin (ZÄ) Rena Cheema ist aktuell mit der Studentin Isabel Dickob aus Münster in Nepal für einen zahnärztlichen Hilfseinsatz.

Der erste Teil des Einsatzes erfolgte in der landschaftlich wunderschönen Gemeinde Sankhe (ca. 35km entfernt von Pokhara), wo sich ein Krankenhaus der Poolbhari Nepal e.V. befindet.

Umgeben von Reisfeldern und Bergen wurden 140 Patienten in 5 Tagen behandelt – vorwiegend Extraktionen und Füllungen. 

Leider mussten auch Zähne, die eigentlich durch eine endodontische Behandlung gerettet hätten werden können gezogen werden, da die dafür notwendigen Materialien (u.a. funktionierende Absauganlage, Röntgengerät/Endometriegerät) nicht vorhanden waren.

Zudem wurden Vorbereitungen getroffen für den Einsatz der nächsten freiwilligen Helfer, deren Ziel es sein wird enger mit den umliegenden Schulen zusammenzuarbeiten.

Auffallend hoch war die Anzahl der Patienten, gerade Männer, die ein komplett abgeknirschtes Gebiss hatten. Gerade diese Patienten gaben an oftmals auf den Feldern zu arbeiten und extrem viel Gewicht in Lastenkörben mit Riemen, die um den Kopf geschnallt werden, herumzutragen.

Morgen beginnt der zweite Teil des Einsatzes in der Nähe der Hauptstadt Kathmandu.

Euer Dr. Kashif Chughtai

5. v.l. ZÄ Rena Cheema, Isabel Dickob mit Team und Patienten
re. ZÄ Rena Cheema, li. Isabel Dickob bei der Behandlung
re. Isabel Dickob und Rena Cheema beim traditionellen Chai (Tee) trinken

Container mit Hilfsgütern in Karachi vom Zoll freigegeben

Liebe Mitglieder und Freunde von WE.care!

Endlich ist es soweit. Am Samstag, dem 11.05.2019 wurde der 40 Fuss Container mit medizinischen Hilfsgütern von der Zollbehörde nach fast 4 Monaten freigegeben. Aufgrund strenger Auflagen mussten einige zusätzliche Dokumente beigebracht werden, was zu der massiven Verzögerung führte.

In dem Container befinden sich neben den zahnärztlichen Behandlungseinheiten, Röntgengeräte und Absaug-/Kompressoreinheiten auch andere Hilfsgüter der Partnerorgansation Pakistan-Hilfe zur Selbsthilfe e.V. . Ich möchte in diesem Zusammenhang Herrn Hans-Joachim Gerber, Vorsitzender des Vereins, meinen herzlichen Dank für seine Mühen im Zusammenhang mit der Verschiffung und Clearance des Containers, aussprechen!

Container auf Truck auf dem Weg vom Karachi Hafen nach Korangi
Boxen mit Hilfsgütern im Container

Der nächste Schritt ist nun die detaillierte Planung der Klinikräume in der Al Mustafa Trust Clinic in Korangi, die ich in den kommenden Wochen beenden werde. Anfang Juli wird der Umbau beginnen und im Verlauf von Dr. Yaqub Chughtai überwacht. Wir hoffen im Dezember die ersten Patienten im Rahmen des WE.care Dental Camps dort behandeln zu können.

Korangi ist eines der grössten Armenviertel Asiens und ein Bedarf an (zahn-)ärztlichen Behandlungen dort ist immens wichtig. Wir hoffen so einen kleinen Beitrag der Versorgung der Bedürftigen in Zukunft zu leisten. In der Folge wird die Station unter der Leitung von Al Mustafa Trust stehen.

Mit freundlichen Grüssen

euer Dr. Kashif Chughtai

3. Erfahrungsbericht Dental Camp Karachi (22.04 – 28.04.19)

Hallo liebe Freunde und Mitglieder,

mit Abreise von Dr. Kashif Chughtai ist die 3. und letzte Woche des 4. Dental Camps erreicht.

In dieser Woche haben wir die Behandlungszeiten auf 9 – 14 Uhr umgeändert, allerdings sind jeden Tag so viele Patienten gekommen, dass wir es nícht geschafft haben alle in der Zeit zu therapieren.

Zudem war unsere Sicherheit durchgehend durch eine Polizeieskorte, die durch Al Mustafa Trust bereitgestellt wurde, gesichert. Diese hat mich auf dem Weg zum Krankenhaus und nach Hause begleitet und während der Behandlung standen diese vor dem Behandlungsraum. Auch wenn es keinen Anhalt für einen Schutz gab, so wurde dadurch Ordnung und Sicherheit vermittelt.

Es hat sehr viel Spaß gemacht gemeinsam mit Frau Dr. Gulfam Atif zu behandeln und sie zeigte sich sehr erfreut über die Möglichkeit durch das aktuelle sowie die vergangenen Dental Camps ihr Wissen zu erweitern und ihre Behandlungsmethoden zu verbessern. Gemeinsam haben wir diese Woche mit dem 286. Patienten abgeschlossen

.

Abb. 1 Rena Cheema und Gulfam Atif

Die Schwierigkeit diese Woche war es den Patienten zu erklären wie wichtig es ist, auf ihre Zähne und ihren Körper zu achten. Leider ist die Analphabetenrate sehr hoch und mit fehlender Bildung kommt auch ein fehlendes Bewusstsein für die eigene Gesundheit einher. Daher ist, neben der medizinischen Versorgung, eines unserer großen Aufgaben vor Ort Aufklärungsarbeit zu leisten.

In vielen Regionen Pakistans gibt es keine allgemeine Schul- oder Bildungspflicht. (Laut Zahlen des Bildungsministeriums gingen Anfang 2017 22,6 Millionen Kinder in keine Schule.) Ein Grund für die geringe Bildungsrate sind sicherlich fehlende finanzielle Mittel der Eltern, weshalb die Kinder eher zum Arbeiten als in die Schule geschickt werden. So haben wir einen 14-jährigen Jungen angetroffen, der bereits für den Lebensunterhalt seiner jüngeren Geschwister arbeiten gehen musste. Allerdings ist ein weiteres Problem auch, dass es Mädchen oft in nicht gebildeten Familien vom Familienoberhaupt verwehrt wird in die Schule zu gehen. Die Gründe sind leider oftmals sehr unzureichend und nicht nachvollziehbar. So sei es üblich, dass Mädchen zu Hause bleiben, weil es Gewohnheit ist oder aber auch aus Angst, dass sie von zu Hause weglaufen könnten. So entsteht ein Teufelskreislauf, aus dem es fast unmöglich scheint, auszubrechen. Gerade in diesen Familien haben wir unzureichende Mundhygienezustände gesehen. Wir haben versucht intensives Mundhygienetraining mit diesen Patienten durchzuführen, auch mit der Hoffnung, dass sie das neu erlernte Wissen an ihre Familien weitergeben und sich die Zustände verbessern.

Fazit: Unzureichende medizinische Versorgung, fehlende Bildung und schlechte zahnmedizinische Zustände sind einige der Probleme mit denen wir es täglich im Camp zu tun hatten. Es hat mich sehr gefreut, dass wir mit unserer Arbeit vielen Menschen helfen konnten. Die Hilfe von außen ist dringend nötig, um eine Grundlage für eine gute zahnmedizinische Betreuung der Patienten zu ermöglichen. Darüberhinaus sind Prophylaxe und Aufklärungsarbeit neben der eigentlichen Behandlung eine wesentliche Aufgabe von uns.

Abb. 2 Gruppenbild mit einigen der Kinder und Angestellten

Mit freundlichen Grüssen,

eure Rena Cheema

2. Erfahrungsbericht Dental Camp Karachi (15.04 – 21.04.19)

Liebe Mitglieder und Freunde,

nach einem erholsamen Wochenende mit einem Strandausflug zum French Beach, ca. 2 Fahrtstunden westlich von Karachi, startete die Woche wieder mit einem mehr als vollem Wartezimmer und einigen schwierigen Fällen.

Abb. 1 Ausflug nach French Beach

So z.B. der Fall einer 16-jährigen Patienten mit einem Tumor in der Mundhöhle, die seit Monaten von einem Krankenhaus zum anderen geschickt wurde, ohne dass eine adäquate Diagnosefindung erfolgt ist, ganz abgesehen von einem Therapieversuch.

Abb. 2 Patientin mit Oberkiefertumor

(Stand 13.05.19: Die Patientin wird zunächst an der Nebenschilddrüse operiert, wo ein Tumor entdeckt wurde)

Die medizinische Versorgung in Pakistan ist mehr als unzureichend und oftmals fehlen standardisierte Behandlungsabläufe, was zu einer mangelhaften Betreuung der Patienten führt

Abb. 3 Patient mit Druckgeschwür von Prothese
Abb. 4 Prothese des Patienten aus Abb. 2

Im Bereich der Zahnmedizin ist ein großes Problem, dass sich gerade in den ärmeren Bevölkerungsschichten die Patienten von unqualifizierten Straßenzahnärzten behandeln lassen. Die Behandlung ist billig, aber teilweise unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. 

Uns blieb häufig nichts anderes übrig als dort „therapierte“ Zähne zu extrahieren. 

Abb. 5 kürzlich überkronter Zahn nach Extraktion

Diese Woche hat die Zahnärztin Dr. Madiha Fahad aus dem Al Mustafa Trust Medical Centre Mahmoodabad bei uns in Medical Center Clifton hospitiert und wir haben ihr unsere Standards bei den Behandlungsabläufen gezeigt.

Abb. 6 Dr. Kashif Chughtai (vorne) und Dr. Madiha Fahad

Am Samstag haben wir die “Shirin Jinnah Govt. School” in der Nähe des Clifton Medical Centers besucht, eine staatliche Schule, auf der Kinder aus den sozial schwachen Schichten die Möglichkeit auf etwas Bildung haben.

Unser Ziel war es ein Mundhygienetraining mit den Kindern durchzuführen und über die Wichtigkeit einer guten Ernährung aufzuklären. Dazu sind wir in die Klassen gegangen, haben aus Deutschland mitgebrachte Zahnbürsten und Zahnpasta an die Kinder verteilt und gemeinsam das Zähneputzen geübt, was bei Vielen alles andere als selbstverständlich zum Alltag dazugehört. Viele Kinder haben zum ersten Mal eine Zahnbürste in ihrer Hand gehalten und erfahren wie man diese richtig verwendet.

Insgesamt war es ein sehr erfolgreicher Tag in der Schule und die Kinder haben motiviert mitgearbeitet.

Abb. 7 Schüler der Shirin Jinnah Government School

Die Woche ging zu Ende mit dem 220. erfolgreich behandelten Patienten. Für Dr. Kashif Chughtai war es ebenso die letzte Woche des Dental Camps und am Montag Morgen hat er die Heimreise nach Deutschland angetreten.

Abb. 8 Bilder des Teams von WE.care und Al Mustafa Trust beim Abschlussdinner

Viele Grüße aus Karachi,

eure Rena Cheema